RTF – Samstag 28. Juli 2018

„Besuch bei den Spessarträubern“

Streckenbeschreibungen
(Bitte Bilder zum Vergrößern anklicken)

Etwas fremd mutet unser Eingangsbild an, doch erschließt es sich aus dem RTF-Titel, dass zwischen gestrandeten Seeräubern und Spessarträubern eine gewisse Affinität besteht. So haben wir uns im Radteam Neu-Isenburg der Planung dieser Spessarttour gerne angenommen. Unser Fokus liegt neben der Liebe unserer 160 Mitglieder zum Radtourenfahren mit dem Rennrad auch auf dem Triathlon.

Unsere Tour im Rahmen des Bundes-Radsport-Treffens 2018 führt von Langenselbold nach Osten in den Spessart. Der Spessart ist ein Mittelgebirge mit vielen schattigen Mischwäldern, das sich wegen seiner abgerundeten Kuppen besonders im Sommer sehr gut zum Radfahren eignet. Der Spessart ist auch ein Naherholungsgebiet für das Rhein-Main-Gebiet, das eher unterschätzt wird. Einige der weniger bekannten Schätze am Rande der Strecke stellen wir hier vor.

Wir verlassen Langenselbold – wie schon bereits in den Tagen zuvor – auf Radwegen, überqueren die BAB A 66 und fahren auf der L 3339 aus dem Kinzig-Tal heraus nach Hasselroth und weiter über Somborn nach Horbach. Aus der Ferne grüßt schon der Hauptkamm des Spessarts. Die Strecke ist hier gut „wellig“, aber noch nicht bergig. Erst vor Geiselbach erwartet uns der erste Anstieg, der im Schatten des Waldes sehr angenehm zu fahren ist. Ob uns die kurze Abfahrt nach Hofstädten vergönnt ist, bleibt der termingerechten Straßenübergabe vorbehalten. Wenn nicht fahren wir über die AB 12 ab und lassen Hofstädten links liegen.

Es wäre schade, denn dieser kleine Ort bietet ein breites Angebot an ausgeschilderten Wanderungen, die besonders für heiße Sommertage ein attraktives Ziel sind. Für einen ersten Eindruck, der einen Reiz für ein Wiederkommen setzt, sind auch kurze Durchfahrten von Bedeutung. Im Ortszentrum Hofstädten fahren wir nach rechts in Richtung Dörnsteinbach und kommen wenig später zur ersten Kontroll- und Verpflegungsstelle. Weiter geht es nun in „welligem“ Terrain über Dörnsteinbach nach Niedersteinbach. Hier teilt sich die Strecke: Rechts geht es zurück zum Ziel in Langenselbold, links führen die mittlere und die lange Strecke weiter nach Mömbris. Hier kreuzen wir die Strecke der Spessarträuber-Extrem-Tour von Vorwärts 1906 Mainschaff. Diese sehr schöne RTF wird jährlich Anfang Juli veranstaltet und bietet ambitionierten Radlerinnen und Radlern auf 160 Kilometern eine hervorragende Auswahl der schönsten Strecken im Spessart.

Kurz vor Mömbris grüßt rechts der Höhenzug des Hahnenkamm. Dies ist ein Bergrücken im Vorspessart und mit einer Höhe von 435 Metern über NN ein sehr beliebtes Ziel für Mountainbiker. Aber auch Rennradfahrer schätzen die abwechslungsreichen Trainingsmöglichkeiten. Mit Steigungen von bis zu 20 Prozent kann man auf verkehrsarmen Straßen viele Höhenmeter sammeln und ein hervorragendes Bergtraining absolvieren. Der Berggasthof ist nicht nur unter Radlern als beliebte Zwischenstation bekannt. Weiter fahren wir durch Mömbris hindurch Richtung Schöllkippen.Hier haben die Streckenplaner nicht mit der Sperrung der Ortsdurchfahrt Schimborns, gerechnet. Dieses Nadelöhr ist nicht innerörtlich zu umgehen. Wir fahren in Mömbris-Mensengesäß links ab nach Krombach. Verkehrsarme Straßen, Landschaft pur und ein paar extra Höhenmeter lassen das Herz höher schlagen, bevor kurz vor Krombach eine phantastische Aussicht den Atem nimmt.  Die folgende Abfahrt lockert die Muskulatur. In Blankenbach biegen wir dann wieder links ab und sind auf der Ursprungsstrecke.

Rechts neben der Straße Sommerkahl. In Sommerkahl befindet sich das Kupferbergwerk Grube Wilhelmine, ein von einem privaten Förderkreis liebevoll restauriertes Bergwerk.

Blick auf Sommerkahl Kupferbergwerk „Grube Wilhelmine“

Einige wenige Kilometer nach der Abzweigung nach Sommerkahl erreichen wir Schöllkrippen. Im Gasthaus zur Post – vielleicht das besagte Wirtshaus im Spessart? – wird eine sehr gute, regionale Küche angeboten; nicht während der RTF, aber sicher bei einem nächsten Besuch eine gute Empfehlung https://www.gasthaus-post-schoellkrippen.de. Empfehlenswert ist auch die Kaffeerösterei, die einige Häuser weiter zu einem Stopp einlädt. Fast am Ortsende von Schöllkrippen zweigt die mittlere Strecke nach links in Richtung Hofstädten ab. Die lange Strecke führt durch das Kahltal in Richtung Wiesen. Fast am Ende des Tals, nahe der Kahl-Quelle, liegt der Gasthof Bamberger Mühle. Wir verzichten aber auch hier auf eine Rast und fahren weiter das ruhige Tal nach Wiesen hoch.

 Blick auf Wiesen  Jakobsthal-/Engländerblick

Ab Wiesen wird die Strecke etwas bergiger. Wir durchqueren die Ortschaft und fahren in Richtung Framersbach. Nach einer sehr schönen, schnellen Abfahrt biegen wir kurz vor Framersbach nach Habichsthal ab. In der Nähe befindet sich hier auch der Kletterwald Spessart – ein lohnendes Ausflugsziel für Jung und Alt. Kurz hinter der Abzweigung liegt die zweite Kontroll- und Verpflegungsstelle. Nach der Stärkung geht es hügelig weiter über Habichsthal und Heinrichsthal nach Jakobsthal. Hier beginnt nicht nur der schöne Anstieg zum Engländer, hier findet sich auch ein beschaulicher Skilift. Am Ende des Anstiegs kommen wir zum Engländer Haus, immer eine Einkehr wert.

Am Engländer ist ein guter Einstieg in den Eselsweg. Der Eselsweg ist eine alte Handelsstraße von Bad Orb nach Miltenberg – in früheren Zeiten ein wichtiger Handelsweg zum Salztransport. Der Weg ist heute ein attraktiver Wanderweg und eine anspruchsvolle MTB-Tour. Er führt größtenteils über die Höhenrücken des Spessarts und berührt nur wenige Ortschaften. Früher war die Benutzung für die Handelszüge durchaus nicht ungefährlich – die Spessarträuber ließen grüßen.

Einstieg zum Eselsweg

Nach der Abzweigung zum Eselsweg freuen wir uns auf eine sehr schöne Abfahrt, die uns durch Vormwald zurück nach Schöllkrippen bringt. Wie auf der mittleren Strecke durchqueren wir Schöllkrippen und fahren dann über Hofstädten, Dörnsteinbach zurück zur ersten Kontroll- und Verpflegungsstelle kurz vor  Niedersteinbach. Dort biegen wir nach rechts ab und folgen der Kahl nach Michelbach mit seinem schönen Schlösschen Michelbach,  alles weitgehend Bestandteile der Großgemeinde Alzenau.

In Michelbach fahren wir rechts nach Albstadt und über Ober- und Niederrodenbach – dann größtenteils auf Radwegen – zurück nach Langenselbold.

 

Textvorlage:     Karl-Ludwig Börtzeler
Bildnachweis:

Herzlichen Dank an Dipl.-Geogr. Christopher Mehl (Kommunale Allianz Kahlgrund-Spessart) für das zur Verfügung gestellte Bildmaterial.